Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen das bestmögliche Webseiten-Erlebnis zu bieten. Wir nutzen Cookies auch, um Ihre Einstellungen zu speichern und statistische Daten zu erfassen. Sollten Sie fortfahren ohne Ihre Einstellungen zu ändern, akzeptieren Sie die Nutzung aller Cookies dieser Webseite. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jedoch jederzeit ändern.

News


Marquez übernimmt WM-Führung nach beachtlichem Sachsenring-Triumph

14 Juli 2013

Valentino Rossi

MotoGP NEWS: Runde 8 - Deutschland MotoGP - Bridgestone Rennbericht inklusive Interview mit MotoGP-Fahrer Stefan Bradl

FIM MotoGP™ Weltmeisterschaft 2013, Runde 8: Motorrad Grand Prix Deutschland – Rennbericht Sachsenring (Hohenstein-Ernstthal / Deutschland), Sonntag 14. Juli 2013

Bridgestone Reifenmischungen (Slick): Vorne: Soft & Hart; Hinten: Soft, Medium & Hart(Asymmetrisch)
Bridgestone Regenreifen: Soft (Hauptoption), Hart (Alternative)
Wetter: Trocken. Lufttemperatur 23-23 Grad; Asphalttemperatur 39-38 Grad (Bridgestone Angaben)

Repsol Honda-Pilot Marc Marquez stürmte dank einer überlegenen Performance beim Deutschland-Grand-Prix am Sonntagnachmittag wieder zurück an die Spitze der MotoGP™ Punktetabelle. Der Sieg auf der kurvenreichen Berg- und Tal-Bahn des Sachsenrings war der zweite in diesem Jahr des Spaniers.

Marquez, der tags zuvor die Pole-Position eroberte, verpatzte seinen Start gründlich und es dauerte drei Runden, bis es ihm gelang zur Führungsgruppe aufzuschließen. Nachdem er aber in Runde sechs die Führung von LCR Honda’s Stefan Bradl übernommen hatte, kontrollierte Marquez den restlichen Rennverlauf souverän und gewann schließlich das achte Saisonrennen mit einem Vorsprung von 1,559 Sekunden auf Monster Yamaha Tech-Pilot Cal Crutchlow, der erneut wegen einer schmerzhaften Verletzung nicht top-fit war. Als Dritter bestätigte Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi seine ansteigende Form. Das Rennen begann ganz nach dem Geschmack der zigtausenden begeisterten heimischen Fans, als Local-Hero Stefan Bradl am Start die Führung übernahm und den Top-Spot auch einige Runden lang hartnäckig verteidigte, ehe er als Vierter ins Ziel kam. Nach seiner bisweilen allerbesten Qualifying-Performance in der Premier Class MotoGP™ als Fünfter in der Startaufstellung, schaffte es Power Electronics Aspar´s Aleix Espargaro in den Auftaktrunden des Rennen sogar in der Spitzengruppe mitzumischen, ehe er schließlich auf Rang acht einmal mehr der bestplatzierte CRT-Pilot war.

Die Asphalt-Temperaturen erreichten zum Zeitpunkt des Rennstarts einen Spitzenwert von 39 Grad, bevor dieser gegen Ende der 30 Rundendistanz leicht zurückging. Da auf dem Sachsenring bei kühlen Bedingungen viel Grip am Vorderreifen erforderlich ist, überlegten einige Fahrer die weiche Mischung des Slick für vorne einzusetzen. Allerdings stiegen die Temperaturen bis zum Nachmittag an, sodass lediglich vier Fahrer bei ihrer ursprünglichen Wahl blieben und der Rest des Starterfeldes sich für die harte Mischung des Vorderreifens entschied. Die Bedingungen an den Trainingstagen mit empfindlich kühlen Temperaturen am Vormittag ermöglichten nur wenig Zeit die härteren Mischungen für hinten zu testen, weshalb sich die meisten Fahrer für das Rennen für den gut erprobten weichen Slick für hinten entschieden, während nur zwei Piloten die harte Option wählten. Der Sachsenring ist aus Sicht des Hinterreifens einer der anspruchsvollsten Circuit, da der Streckenverlauf viele Kurvenfolgen beinhaltet, in denen die Piloten für lange Zeit in hoher Schräglage fahren. Obwohl fast ausnahmslos alle Fahrer auf die weniger ausdauernde weiche Option des Slick für hinten vertrauten, gab es während des Rennens keinen ungewöhnlichen Reifenverschleiß zu berichten und die Qualität war im Generellen sehr hoch, zumal das sonntägige Rennen das jemals schnellste auf diesem Circuit war.

Marquez führt nun mit 138 Zählern die Meisterschaft an und hat dabei zwei Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Dani Pedrosa. Weitere neun Punkte dahinter liegt Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo auf Rang drei der Gesamtwertung.

Hiroshi Yamada – Manager, Bridgestone Motorsport Department
“In diesem Rennen war das Tempo unbeschreiblich hoch und Marc hat bei seinem zweiten Saisonsieg einen fantastischen Job abgeliefert: Gratulation an ihn und an Honda. Während der Anfangsphase führten sehr zur Freude der vielen Fans mehrere verschiedene Fahrer das Rennen an und die Pace war dermaßen schnell, dass ein neuer Rundenrekord eigentlich nichts ungewöhnlich ist. Aber die neue Bestmarke ist gleich um sieben Sekunden schneller als der bestehende aus dem Jahr 2009! Schade, dass Jorge, Dani und Andrea Iannone nicht am Rennen teilnehmen konnten. Ich wünsche ihnen alle eine gute und vor allem eine schnelle Besserung, und hoffentlich sehen wir am kommenden Wochenende in Laguna Seca wieder ein komplettes Starterfeld.”

Shinji Aoki – Manager, Bridgestone Motorsport Tyre Development Department
“Das war sehr gutes Rennen und das Tempo, das wir gesehen haben zeigt, dass es die meisten Teams geschafft haben eine Abstimmung für das Motorrad zu finden, die ihnen ermöglicht hat die Reifen optimal zu nutzen. Die Qualität der Reifen über die Renndistanz war hervorragend, da die konstanten Rundenzeiten unterstrichen, dass der Abbau des Grip-Levels ziemlich überschaubar war. Der Sachsenring ist einer der am meisten technisch anspruchsvollsten Rennstrecken im Kalender überhaupt und so gesehen bin ich mehr als zufrieden, dass die Fahrer, Teams und Bridgestone-Techniker nach einem schwierigen Start in das Wochenende in der Lage waren, in Zusammenarbeit eine Lösung zu finden, die es den Piloten ermöglicht hat, diesen selektiven Circuit sowohl in einer schnellen als auch sicheren Art und Weise zu bewältigen.”

Marc Marquez, Repsol Honda – Sieger
“Ich habe es nicht erwartet nach acht Rennen die Weltmeisterschaft anzuführen und obwohl die Umstände für dieses Rennen etwas speziell waren, da Dani und Jorge fehlten, waren die 25 Punkte für die Meisterschaft sehr wichtig. Es ist mein zweiter Sieg in der MotoGP, aber heute war es ein wenig anders, da ich das Rennen anführte und es geschafft habe, den Vorsprung an der Spitze zu kontrollieren, und dabei habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Eigentlich ist es mir lieber, wenn ein paar Fahrer um die Führungsposition kämpfen, aber wie bereits gesagt habe ich heute sehr vieles dazugelernt.”

Stefan Bradl, LCR Honda MotoGP – 4.
Herr Bradl, Glückwunsch zum vierten Rang. Ein hervorragendes Resultat, noch dazu zuhause und wie erlebten Sie den Auftakt ins Rennen als Führende?
“Vielen Dank! Der vierte Platz ist eine Steigerung gegenüber dem vergangenen Jahr und ich freue mich auch über meine ersten Führungsrunden in der MotoGP; das war natürlich ein hammerartiges Gefühl. Aber restlos zufrieden bin ich nicht, um nicht zu sagen, dass sogar ein ganz klein wenig Enttäuschung überwiegt. Wir haben es wieder nicht auf das Podium geschafft, was zuhause natürlich umso schöner gewesen wäre. Wenn man aus der zweiten Reihe dermaßen gut startet, dass man gleich die Führung übernehmen und diese auch für einige Runden verteidigen kann, dann sollte man eigentlich bis zum Ende in der Spitzengruppe mithalten können. Nichtsdestotrotz, dieser vierte Rang ist ein gutes Ergebnis und vielmehr sind es wichtige Punkte für die Meisterschaft, und wir haben die vergangenen vier Rennen jedes Mal in den Top-6 beendet. Das ist nicht nur eine schöne Serie, sondern auch für das Vertrauen enorm wichtig.”

Haben Sie die Begeisterung der Fans in den ersten Runden mitbekommen, als Sie den Deutschland-GP anführten?
“Leider realisiert man das als Fahrer nicht. Man ist mit sich selbst und der Rennmaschine zu sehr beschäftigt, noch dazu wenn die Piste so kurvenreich und schwierig zu meistern ist, wie es hier der Fall ist. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass in den ersten Runden die Post abgegangen ist. Ich freue mich für die vielen treuen Fans, dass ich mit Trainingsbestzeiten und ein paar Führungsrunden für eine noch bessere Stimmung an diesem Wochenende beigetragen habe.”

Was waren die Gründe, dass Sie das Tempo nicht halten konnten, um letztendlich um das Podium zu kämpfen?
“Als mich Marc und Valentino überholten, bin ich ziemlich hart ans Limit gegangen. In dieser Phase habe ich hart gepusht, weil ich unbedingt an den Beiden dranbleiben wollte, aber dabei ist mir einmal das Vorderrad eingeknickt. Mit viel Geschick konnte ich einen Sturz gerade noch vermeiden und im nächsten Augenblick ist Cal an mir vorbeigegangen. Danach konnte ich einfach den Kurvenspeed wie die drei vor mir nicht mehr gehen und ich musste abreißen lassen. Vielleicht war ich nach dem Fast-Ausrutscher auch um den Tick etwas zu vorsichtig unterwegs.”

In einigen Streckenabschnitten war Ihre Pace sehr gut, fühlten Sie sich in diesen umso stärker?
“Ja, das stimmt so. Bis auf den zweiten Abschnitt war unsere Pace sehr gut und zudem sehr konstant. In T2 haben wir das ganze Wochenende über Zeit verloren. Wir wissen es nicht genau, woran es gelegen hat, ob es am Fahrstil oder am Setup lag, aber jedenfalls konnten die anderen dort einen höheren Kurvenspeed fahren. Jedoch in allen anderen Sektoren waren wir sehr schnell und konkurrenzfähig, wie die guten Trainingszeiten zeigten. Es ist ein beruhigendes Gefühl, den Nachteil in anderen Abschnitten aufholen zu können und dort um ein, zwei Zehntel schneller als die Konkurrenz zu sein. Aber letztendlich müssen wir über die gesamte Runde konstant schnell sein.”

Abgesehen vom Rennergebnis, Ihre Performance an diesem Wochenende insgesamt betrachtet war mehr als zufriedenstellend, oder?
“Im Großen und Ganzen war es ein sehr gutes Wochenende. Wir waren in jeder Trainingssitzung ganz vorne dabei; einmal fuhr ich sogar Bestzeit und in allen anderen Sessions war der Rückstand nie größer als eine halbe Sekunde. Das ist sehr viel wert. Im Rennen habe ich einen sehr guten Start erwischt und ich habe für ein paar Runden das Feld angeführt, was für mich zum ersten Mal in der MotoGP war. Vielleicht wäre es in der Anfangsphase möglich gewesen, noch ein wenig schneller zu fahren. Aber ich merkte bald, dass ich im Kurvenspeed einen Nachteil hatte, und leider haben wir am Ende eine Chance verpasst, um auf das Podium zu fahren. Aber ich habe zu jeder Zeit mein Maximum gegeben.”

Am kommenden Wochenende geht es gleich in Laguna Seca weiter. Inwieweit wird Ihre momentane Form hilfreich sein auch dort gut abzuschneiden?
“Bis zur Abreise nach Kalifornien gönne ich mir nach diesem anstrengenden Heim-Grand-Prix zwei Tage Auszeit. Die vergangenen sechs Wochen waren überhaupt sehr kräfteraubend, nicht nur wegen dem aufwendigen Trip zum Test in Argentinien. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf Laguna Seca, selbst wenn es dort schon am nächsten Wochenende weitergeht. Natürlich will ich auch dort Leistungen wie hier auf dem Sachsenring bringen. Wir befinden uns in einer guten Form und von meiner Seite sind in letzter Zeit keine gravierenden Fehler passiert. Laguna Seca ist ebenso eine anspruchsvolle Strecke, aber eben aus ganz anderen Aspekten. In jeden Fall wird es genauso ein hartes und anstrengendes Wochenende mit einem Rennen, das über die Distanz von 30 Runden geht. Aber ich denke, dass wir auch für dieses Rennen in jeder Hinsicht gut gerüstet sind.”

Die Bedingungen an diesem Wochenende ließen im Prinzip wenig Reifen-Tests zu. Wie war die Qualität aus Ihrer Sicht?
“Die Reifen sind auf dieser Piste immer ein großes Thema. Schon wegen dem Streckenverlauf, der so viele Linkskurven beinhaltet, wird diese Seite um ein vielfaches mehr belastet. Das größere Problem liegt allerdings auf der rechten Seite, die nur schwer auf Temperatur gehalten werden kann. Aus diesem Grund passieren immer wieder viele Stürze hier auf dem Sachsenring. Der Hinterreifen hat über die gesamte Renndistanz einen guten Job abgeliefert, das Verhalten war sehr stabil. Die Temperaturen an den Trainingstagen erlaubten es kaum mit den anderen Mischungen zu arbeiten. Von dem her war die Wahl für das Rennen eigentlich vorgegeben. Der Vorderreifen hingegen hat uns mehr beschäftigt. Bereits während der Trainings merkte ich, dass bei extremen pushen und auf Zeitenjagd die linke Seite stark überhitzt. Die Ursache dafür war viel Bewegung an der Flanke, die in weiterer Folge zu einer großen Auflagefläche geführt hat. Bei so einem Verhalten steigt die Temperatur rasant an und ich wurde ein bisschen eingebremst schneller zu fahren. Aus meiner Sicht war die Qualität an diesem Wochenende insgesamt betrachtet sehr gut.“

An diesem Wochenende gab es sehr viele Stürze. Kann man für die Zukunft auf dieser Strecke etwas dagegen unternehmen?
“Ja, leider hinterlassen diese einen bitteren Beigeschmack von diesem ansonsten so tollen Rennwochenende. Leider haben sich auch einige Kollegen verletzt. Das ist das schlimmste dabei; eine gute und noch schnellere Besserung an Jorge und Dani! Natürlich gibt es jetzt viele Überlegungen, wie zum Beispiel der Einsatz von asymmetrischen Vorderreifen. Aber auch der Umbau dieser Piste wird diskutiert. Auf alle Fälle muss bis zum nächsten Jahr etwas geschehen, um die Sicherheit zu erhöhen.”

Die Qualität der Reifen über die Renndistanz war hervorragend